Interview with Bianca Busetti
CPO & Co-Founder @ Journi App

Bianca Busetti, Co-Founder und CPO von Journi, verrät im Interview mit LAMA, was der Gedanke hinter Journi ist, wie sie es geschafft haben, erfolgreich zu wachsen und warum Work-Life-Balance in ihrem Unternehmen besonders wichtig ist
Mit Instagram, Snapchat und Co. teilen Nutzer jeden Tag Millionen Fotos. Welches Problem löst Journi und wieso sollten Leute Journi nutzen?
Den größten Unterschied, den wir zu anderen Social Media-Plattformen wie Facebook Instagram und co. sehen ist, dass es bei uns um sehr persönliche und private Inhalte geht, die nicht mit zwei- oder dreihundert Leuten geteilt werden sollten. Es geht beispielsweise um Familienerlebnisse oder um romantische Reisen, die man nicht unbedingt öffentlich teilt, weil man sich persönlich daran erinnern will. Der große Vorteil von Journi ist, dass man dieses Gesamterlebnis dokumentiert und nicht nur einzelne Teile davon. Man bekommt mit uns am Ende immer eine Karte mit den markierten Orten die man besucht hat und eine Zeitleiste von allen wichtigen Momenten, die auf dieser Reise passiert sind. Eines der Hauptargumente, Journi zu benutzen, ist natürlich auch unsere neue Print-Funktion. Diese ermöglicht es, mit nur einem Klick ganz einfach ein Fotobuch von seiner Reise zu bestellen. Das Fotobuch wird dabei durch künstliche Intelligenz komplett selbständig gelayoutet und man muss nicht mehr Stunden vor dem Computer sitzen und seine Bilder ordnen. Wir bringen damit das Fotobuch in ein neues Zeitalter und machen machen das Drucken von persönlichen Fotos wieder spannend, schnell und zeitgemäß.
Gemäß unserer Tradition darfst du eine Fragen an unseren nächsten Interviewpartner stellen: Peter Buchroithner von Swell. #lama
Hallo Peter, meine Frage an dich ist, was deine Erfahrung damit ist, dass euer Team nicht gemeinsamen an einem Ort arbeitet, sondern dass ihr zwei aufgeteilte Teams an verschiedenen Locations habt?
Anfang des Jahres habt ihr ein Investment u.a. von den Shpock Gründern bekommen. Was ist seitdem mit dem Geld passiert? Wie oft gebt ihr euren Investoren ein Update?
Genau, Anfang des Jahres haben wir unter anderem von Katharina und Armin von Shpock, Hansi Hansmann und Startup300 ein Investment bekommen. Hauptsächlich haben wir Geld eingesammelt, um unser Team weiter ausbauen zu können. Bis jetzt waren wir immer auf Sparflamme und nun konnten wir mit dem Investment das Team auf mittlerweile neun Leute ausbauen. Natürlich haben wir nun auch verstärkt in Marketing investiert, um Kampagnen zu schalten und gewisse Sachen auszuprobieren. Die Investoren Updates laufen eigentlich so, dass die Investoren auf ein Metrics-Dashboard zugreifen können. Sie können somit die wichtigsten Metriken täglich abfragen. Und sonst gibt es ein Monthly Reporting mit spezifischen Details und genauen Analysen, wie es vorangeht und wie das Team sich entwickelt.
Ihr habt in den letzten 2 Jahren ein unglaubliches Wachstum auf über 350.000 Nutzer hingelegt. Wie seid ihr zu euren ersten 10.000 Nutzern gekommen? Was hat sich danach geändert?
Mit dem jetzigen Wachstum sind wir sehr zufrieden. Vor allem, weil es sich um aktive Nutzer handelt, die immer wieder die App benutzen. Mittlerweile haben wir schon über 400.000 Nutzer erreicht.Die ersten 10.000 Nutzer haben wir erreicht, als wir in San Francisco waren. Wir hatten dadurch einen sehr engen Kontakt zu Apple und anderen Travel-Start-ups. Wir haben uns dabei stark bemüht, von Apple ein entsprechendes Featuring zu bekommen. Unglaublicherweise wurden dann auch wirklich in Amerikaner gefeatured und wir bekamen einen Hauptwerbebanner von uns geschalten. Das hat uns sicherlich extrem zu unseren ersten 10.000 Nutzern verholfen. Ein anderes wichtiges Element sind organische Invites. Wenn Leute selbst eine Journi starten, oder über ihre Reisen schreiben, laden sie dann auch oft ihre Familie und Freunde ein. Die meisten Nutzer auf unserer App machen das und dadurch wächst die App automatisch immer weiter. Nach den ersten 10.000 Nutzern hat sich eigentlich nichts Dramatisches geändert. Wir haben weiterhin versucht, in gutem Kontakt mit Apple und Google zu bleiben und und immer wieder auch Featurings zu bekommen. Wir haben dann stets probiert, unsere organischen Growth Channels weiter zu verbessern und schauen, dass wir über Invites weiter wachsen konnten. So sind wir bis jetzt immer organisch weiter gewachsen und machen noch immer kein Paid Marketing, weil wir uns das einfach nicht leisten können.
Ihr habt Journi zu Beginn selbst finanziert. Wo hast du deine Mitgründer gefunden und wie hat sich die Rollenverteilung ergeben?
Genau, wir haben Journi beziehungsweise auch unser Vorprojekt zuerst circa zwei Jahre selbst finanziert. Wir als Team haben uns eigentlich bei einem Stanford-Onlinekurs kennengelernt. Damals wurden die ganzen Teilnehmer lokal geclustert. Das heißt, alle die in Wien teilgenommen haben, haben sich dadurch kennengelernt. Da waren Christian und Andy auch dabei. Die Rollenverteilung war dann eigentlich relativ klar definiert, weil jeder schon einen anderen spezialisierten Bereich hatte. Christian in der Technik, Andy im Marketing und ich selbst im Design.
Hi Bianca, viele Gründer erlauben sich in den ersten Jahren kaum Urlaub. Wie siehst du das? Wohin ging dein letzte Reise als Mitgründerin von Journi?
Wir als Reise-App haben dazu bisher eine andere Einstellung. Für uns ist es sehr wichtig, dass die Work-Life-Balance gut passt. Alle drei Gründer haben sich darauf geeinigt, dass jeder seine Batterien immer wieder aufladen muss und gerade als Reise-App ist es natürlich super wichtig, die App auch hin und wieder selbst auszutesten. Wir nehmen uns dementsprechend unsere Urlaubszeiten, entdecken die Welt mit Journi immer wieder neu und testen dadurch auch unser eigenes Produkt. Die letzte Reise von mir kann man sich auch auf Journi anschauen - das war ein Tauchurlaub für zwei Wochen am Roten Meer. Es war wirklich herrlich! Ich finde, es stärkt jeden Founder, wenn er sich die Zeit nimmt und in den Urlaub fährt, die Batterien wieder auflädt, dann frisch ins Unternehmen zurückkommt, oft sogar mit neuen Ideen im Gepäck. Ich kann es jedem nur empfehlen.